Lebensbedingungen in Peru

Peru gilt als ein potentiell reiches und entwicklungsfähiges Land. Es ist das drittgrößte Land Südamerikas, das drei Großlandschaften aufweist: Die Costa, eine über 2000 km lange, schmale und wüstenartige Küstenregion, die Sierra und Montaña, die Andenregion mit dem 6768 m hohen Huascarán und die Selva, die flache Urwaldregion.

Fast die Häfte der Bevölkerung lebt in der Küstenregion, dem absoluten Zentrum des Landes. In den Tälern und auf den Hochplateaus der Sierra mit einer Durchschnittshöhe von 3000 m leben die Kleinbauern hauptsächlich von der Subsistenzwirtschaft. Östlich der Bergregion beginnt die dünnbesiedelte Dschungelregion. Das ganze Jahr über herrscht dort feucht-schwüle Tropenhitze mit 26° C Durchschnittstemperatur, und es regnet viel. Nur etwa 10% der Gesamtbevölkerung lebt hier in Flusssiedlungen und einigen Indianerreservaten.

Perukarte

Quelle: World Factbook;
https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/maps/maptemplate_pe.html (14.6.2010)

Metropolisierung und Marginalisierung in Lima

Metropolisierung ist ein Verstädterungsprozess, der besonders in den Entwicklungsländern auf eine einzige Stadt, meist die Hauptstadt, ausgerichtet ist, so dass diese zu der das ganze Land beherrschenden Metropole wird.

Metropolisierung Lima:
Um 1700 lebten noch 85% der Bevölkerung auf dem Land und 15% in den Städten. Auch in den nächsten 200 Jahren änderte sich an dieser Relation kaum etwas, denn noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts betrug das Verhältnis 80 zu 20. In Lima setzte der eigentliche Verstädterungsprozess erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts ein. Er lief mit einer enormen Geschwindigkeit ab, so dass der Anteil an der Stadtbevölkerung inzwischen 72% beträgt. Die Industrialisierung des Landes hat dazu beigetragen, dass Lima eine Magnetfunktion für das gesamte Land entwickelt.

Landflucht:
Ausbreitung der Elendsiedlungen und der Marginalisierung der dort lebenden Bevölkerung.

Stadt-Landwanderung

Marginalviertel:
D
er Begriff "marginal" hat zwar eine räumliche Dimension, denn es handelt sich bei der Mehrzahl der Hüttenviertel um Stadtrandsiedlungen; wichtiger ist aber die Einbeziehung der sozialen Komponente: Die Bewohner dieser Viertel nehmen auch im städtischen Sozialsystem eine Randstellung ein. Marginalisierung ist Abdrängung armer Bevölkerungsgruppen in Slumgebiete, die dort am Rande des Existenzminimums leben.

Ursachen der Verstädterung
Geburtenüberschuss und Zuwanderung
„An erster Stelle steht das ‚natürliche‘ Eigenwachstum der Stadtbevölkerung aufgrund des Geburtenüberschusses im Vergleich zu den Sterbefällen. Hinzu kommen die städtischen Nettogewinne der Migrationsbewegungen zwischen Stadt und Land. Das Gewicht der einzelnen Faktoren ist je nach Region unterschiedlich. In Entwicklungsländern – ohne China – ist jedoch nach wie vor das 'natürliche' Wachstum der Stadtbevölkerung der Hauptfaktor …


Die Attraktivität der Städte beruht wesentlich auf realen und potenziellen Vorteilen und wird durch die Ausbreitung moderner Massenkommunikation noch verstärkt. Die Einkommensmöglichkeiten in den Städten der Entwicklungsländer sind oft besser, mit allerdings großen Unterschieden für die verschiedenen Schichten. Hinzu kommt ein in der Regel besserer Zugang zu medizinischen Diensten und Ausbildungsmöglichkeiten. Dadurch werden so genannte Pull-Effekte erzeugt. Hinzu kommt der Push-Effekt defizitärer ländlicher Entwicklung …“
(Ingomar Hauchler u.a. (Hrsg.): Globale Trends 2002. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuchverlag 2001, S. 103)

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