Hilfe von SES-Experten


Über den SES (Senior Experten Service) wurden mehrmals Fachleute für gezielte Aufgaben in PROSOYA eingesetzt.

Ditmar Wiegmann war als SES-Experte 2013 und 2014 in Prosoya, um den Bau des dritten Hauses für die Mädchen in Quillazú zu beaufsichtigen und den erforderlichen Aus- und Umbau des alten -leicht baufälligen- Haupthauses der Hacienda Yanachaga vorzubereiten.







Im Juni und Juli 2015 betreute Ditmar Wiegmann als SES-Experte Arbeiten bei der Sanierung des Haupthauses der Hazienda Yanachaga. Hier sein Bericht:

RENOVIERUNG DER HAZIENDA VON CENTRO YANACHAGA (Prosoya)


„Es war höchste Zeit! - das Gebälk vom Dachstuhl hing bloß an einem „Faden! - Das Bau-Holz vom „alten“ Gebäude war sehr stark von Termiten befallen, ebenso geschwächt durch Pilzbefall und Alters-Schwäche!"

Mit Unterstützung von ehemaligen Arbeitskollegen der Fa. SchwörerHaus (Statiker, Bauingenieure und Bauzeichner) konnte ich die Grundriss- und Konstruktionspläne an Hand meiner Handskizzen, und die Berechnung der Statik, kostenlos bekommen.

Der Leiter der Statik-Abteilung hat es auch möglich gemacht, dass wir ca. 20 Jumbo-Dübel = Sonder-Dübel aus Stahl, als Spende bekommen. Diese sind für die zusätzliche Aussteifung der Verbindungen zwischen Kehlzangen und senkrechte Pfetten im Dachstuhl gedacht.

Am 10. Juni haben, Juan Valverde, unser Projektleiter, und Everardo Rodríguez, der „Maestro de Obras“ („Baumeister“), in meiner Anwesenheit, den Vertrag für die Renovierung vom Haupthaus, der Casa Hazienda von PROSOYA, unterschrieben. Vertragsdauer: 4 (vier Monate) für den Rohbau.

Erster Schritt:

Freilegung der „alten und provisorischen“ Betonsäulen, welche in einer begrenzten Zahl um 1998 nach einem Erdbeben, in der Außenwand aus Lehm an der Hausfront, errichtet wurden. Die Bezeichnung „provisorisch“ sagt viel aus, nämlich diese entsprachen nicht den statischen Erfordernissen; ihre kurze T-Verbindung im oberen Bereich, bot keine Stabilität.

Säulen aus statischen Gründen:

Ausfräsung bzw. Freilegung der Lehmwände (Außen- und Innenwände im Erdgeschoss = EG) für die neuen Beton-Eisen-Säulen, inkl. der Ausschachtung für deren Fundamente, ca. 1 Meter tief.

(alles manuelle Arbeit, mit primitiven Werkzeugen oder Hilfsmitteln)

Demontage der Holzstruktur und vom Dachstuhl:

Da in der Umgebung oder Region weder ein Kran noch andere technische Bau-Hilfsmittel zur Verfügung stehen, auch kein Betonmischer auf Rädern vorhanden ist, sahen wir uns gezwungen, auf primitive Hilfsmittel zurück zu greifen, d.h., alles war und ist handwerkliche Arbeit!

Ein Gerüst mit zwei Flaschenzügen konnten wir aus Platz- oder technischen Gründen auch nicht aufstellen.

Die Demontage der Holz-Außen- und Innenwände im Dachgeschoss = DG, ebenso der Veranda im Flurbereich an der Hausfront, vom Vordach an der Front- und Rückseite des Gebäudes, vom Hauptdach inkl. dem Wellblech (calamina) und der Zwischen-Decke, zwischen DG und der „Bühne‘“ = dem „Speicher“, wurde schrittweise ausgeführt.

Abtragung der Lehm-Giebelwände im DG:

Nach der Demontage vom Dachstuhl und der Außen- und Innenwände im DG, wurden die zwei Lehm-Giebelwände und die Kniestockwand beim „alten“ Flur, abgetragen. Wohlbemerkt: alles manuelle Arbeit!

Der gesamte Bauschutt wurde manuell auf den Anhänger vom Prosoya-Traktor geladen und anschließend abtransportiert; der kürzeste Weg war: alles bis zum Fluss in der Nähe vom „Puente Rolf“ (Rolf – Brücke); auch hier wurde alles von Hand abgeladen. Der Fluss wird die Arbeit für die weitere Entsorgung übernehmen!

Obergurt bzw. Ringanker aus statischen Gründen:

Der obere Bereich der Lehmwände (Außen- und Innenwände) wurden bis zum festen Untergrund abgetragen und nivelliert. Dabei wurde festgestellt, dass das Gebäude ein Gefälle zwischen 25 bis 30 cm in der Länge hat, ebenso ein Unterschied in der Breite von bis zum 50 cm zwischen der Nord- und West Giebelwand, mit anderen Worten, das Gebäude sieht im Grundriss wie ein Trapez aus. Diese Maßunterschiede, welche vorher nicht bekannt waren, weil wir vor Ort keinen Topograph haben, zwangen uns eine neue konstruktive Überlegung anzusteuern, um die Maß-Differenzen auffangen zu können.

Der obere Bereich der Innenwände ähnelte einem „Blätterteig“, d.h. alles war offen und Morsch; hier mussten wir bis zu 80 cm abtragen, bis wir zu einem festen Untergrund kamen.

In der Zwischenzeit wurden die Eisengitter für die Säulen und dem Obergurt (Ringanker) manuell „geflochten“. Der „Maestro de Obras“ und seine Mitarbeiter haben zugepackt und manuell diese bis ins Dachgeschoss gebracht, ohne Kran!

Nach der Platzierung der einzelnen Eisengitter, wurden die Säulen und der Obergurt mit Holzbrettern verschalt.

Betonmischer mit einem Benzinmotor aus Prosoya:

Mit Hilfe des Betonmischers von Prosoya, konnten wir die erforderliche Betonmenge etappenweise mischen! Sand, Kies und Zement wurde manuell per Schaufel in den Mischer gebracht, und der fertige Beton per Eimer auf den Schultern der Maurer-Mitarbeiter ins Dachgeschoss durch die vorhandene EG-DG Treppe getragen und an den jeweiligen Stellen hineingeworfen und von Hand gerüttelt und möglichst gleichmäßig verteilt. Nach dem Abbinden wurde die Bretter-Verschalung entfernt und man begann anschließend mit der entsprechenden Befeuchtung, um Risse oder innere Spannungen im Beton zu vermeiden.

Ziegelwände aus Beton im Dachgeschoss:

An der Rückwand und den zwei Giebelwänden des Gebäudes wurde eine Ziegelwand errichtet, mit den entsprechenden Aussteifungssäulen und dem oberen Abschluss-Obergurt. Die Rückwand dient als Verbindungswand für die zukünftigen Duschbäder der neu geplanten 5x Gästezimmer, als Ergänzung zu unserem Gästehaus. Eine halbhohe bzw. raumhohe Vorsatzwand für die Sanitär-Installations-Anschlüssen, wird aus schmalen, roten Ziegeln errichtet.

Duschtassen:

Die zukünftigen Duschtassen haben wir in Lima in Auftrag gegeben; diese werden aus Glasfaser und Acryl aus Dichtungs- und Stabilitätsgründen hergestellt und werden später mit dem entsprechenden Siphon auf einem Sand-Bett montiert.

Boden der Duschbäder und Entwässerung:

Für den Boden der Duschbäder haben wir zwischen den tragenden Holzbalken ein Eisengitter „geflochten“ und diese dann mit Beton gegossen; vorher wurden die Be- und Entwässerungs-Leitungen aus PVC verlegt.

Für die Verlegung der Be- und Entwässerungs-Leitungen, sowie der Regenwasser-Fallrohre, wird ein Sonder-Schacht errichtet (möglichst in einer Raum-Ecke) und mit einer Revisionsöffnung versehen.

Balken – in Sonderlänge aus der Region Iscozacín:

Die Bestellung der Balken aus Hartholz und in einer Sonderlänge von 6,50 m bis 7,50 m (vor Ort nur bis maximal 3,60 m = 12 Fuß erhältlich!) wurde in der ersten Oktober-Woche 2014 erteilt. Die Balken sind erst am Freitag, den 05. Juni 2015, in Prosoya angekommen! Jeder Balken wiegt. ca. 200 Kg; das Fällen und der Transport war mit Hindernissen belastet; nur mit Hilfe einer „Comunidad Nativa“ (Einheimische Gemeinschaft) konnte man die erforderlichen Bedingungen erfüllen und somit wurde das Fällen und der Transport freigegeben! Voraussetzung: dass das Holz in einem Sozial-Projekt für Jugendliche eingesetzt wird. Viele unserer Jungens kommen aus Iscozacín.

Trägerbalken:

Für die Beförderung der schweren Trägerbalken haben wir eine Rampe aufgebaut, und die Balken wurden mit Hilfe von Rundhölzer, Eisenhaken und Seile, vom Erd- bis zum Dachgeschoss geschaffen. Eine “Meister-Leistung“, wie zu den pharaonischen Zeiten. Ohne Kran hatten wir keine bessere Lösung!

Neuer Dachstuhl und tragende Fachwerkwände im Dachgeschoss:

Inzwischen wurden der neue Dachstuhl und die tragenden Fachwerkwände errichtet und das komplette Dach mit einem neuen Wellblech bedeckt. Auf die „alte Calamina“ (Wellblech) haben wir verzichten müssen, weil diese stark gerostet bzw. durchlöchert war. Das gesamte Bau-Holz wird auch mit Holzschutzmitteln behandelt!

Elektro- und Sanitärinstallation:

Im Zuge der einzelnen Arbeitsabläufe werden die entsprechenden Anschlüsse für die Elektro- und Sanitärinstallation vorgesehen.

Erdgeschosswände und Einrichtungen:

Durch die gesamte Renovierungsarbeiten im Dachgeschoss inklusive dem Dachstuhl, war es nicht zu vermeiden, dass der Außen- und Innenputz der Erdgeschoss-Lehmwände darunter leidet, d.h., dieser bröckelte langsam aber sicher ab.

Ebenso haben wir festgestellt, dass die ca. 1,20m hohe Wandverkleidung aus Holz durch Feuchtigkeit und Termiten-Befall stark beschädigt ist und auch erneuert werden muss.

Der Holz-Fussboden in einigen Arbeitsräumen ist ebenso durch Feuchtigkeit und Termiten-Befall stark beschädigt und muss ersetzt werden. Aus praktischen Gründen werden wir anstelle Holz-Fussboden jetzt Bodenfliesen verlegen lassen. Dauerhafter und pflegeleichter.

Dietmar Wiegman im August 2015






Frau Uschi Schnurr hat ebenfalls über den SES im Februar/März 2010 beide Projekt-Standorte besucht und konnte das Aufnahme-Verfahren für die neuen Schüler miterleben.

Lesen Sie hierzu ihren Bericht!







Horst Langer hat sich in seinem 4. SES-Einsatz für PROSOYA um den Aufbau einer funktionierenden Richtfunkstrecke zwischen Oaxapampa und dem Projekt in Huancabamba gekümmert.

Zusammen mit Herrn Scholle, Chef der Firma "Freebird" aus Göttingen, hat er in den drei Wochen seines Aufenthalts Geräte installiert, Leitungen gelegt, Leistungen der Funkstrecken gemessen und konnte dann stolz vermelden, dass die Richtfunkstrecke nun "steht".

Die Peru-Aktion verfügt damit über ein leistungsfähiges Kommuni-kationsinstrument zwischen Deutschland und den peruanischen Projektpartnern vor Ort.

(Info für Mitglieder der Peru-Aktion: Der ausführliche und bebilderte Bericht von Horst Langer ist im Intranet der Peru-Aktion einzusehen!)

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